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Ein Fass ohne Boden ist es: Das leidige Thema Missbrauch in der katholischen Kirche. Ein angekokeltes dazu und eines, das zum Himmel stinkt. Nachdem sich die letzt verbliebenen Idealisten dieser Kirche in den sogenannten synodalen Weg gestürzt haben, Reinhard Marx nach einem Besuch in Rom seinen Rücktritt als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz erklärt hat und zuversichtliche Geister im Rausschmiss Gänsweins als Präfekt des Päpstlichen Hauses ein Zeichen des Papstes in Richtung des berüchtigten Regensburger Netzwerkes gesehen haben, gibt es nun neue Meldungen aus bayerischen Landen. Naive Gläubige hatten den deutschen Oberhirten gar abgekauft, dass sie die letzten 10 Jahre für so etwas wie eine „Aufarbeitung“ genutzt haben. Mit der sogenannten MHG-Studie vom Herbst 2018 mit einem unfassbaren Dunkelfeld machte die Amtskirche ihren ersten Schritt nach vorn, zwar noch mit dem Rücken zur Wand. Und nun, nachdem der jährliche Aderlass an Mitgliedszahlen in ganz Deutschland anhält, suggeriert man abermals den Willen zur Aufklärung? Scheibchenweise nähert man sich so dem Zwiebelkern, Schicht für Schicht trägt man umsichtig ab, als habe man die Ewigkeit dafür gepachtet. Der Schutz kirchlicher Amtsträger – Alteminenzen einschließlich des emeritierten Papstes – war offensichtlich wichtiger als Transparenz. Derweil stirbt uns ein Betroffener nach dem nächsten weg. Wer vermag es mehr als die katholische Kirche, auch das letzte Quäntchen an Vertrauen und Hoffnung zu verspielen? Ein unheiliges Spiel setzt sich fort, eine Farce auf Kosten ungezählter Opfer. Nun sollen gar ALLE Vorwürfe und Hauptamtlichen geprüft werden? Wer mag es noch glauben? Und, was sagen wir als Netzwerk den Opfern: noch mal 10 Jahre plus x warten? Worauf eigentlich noch …?

Lesetipp:

Von Hirten und Schafen. Missbrauch in der katholischen Kirche - Ein Seelsorger sagt Stopp
Von Dr. Thomas Hanstein
2019, 268 Seiten, tectum
ISBN 978-3-8288-4320-2