Der Theologe, Autor und Coach Dr. Thomas Hanstein positionierte sich 
im letzten Herbst mit einem Sachbuch "Von Hirten und Schafen. 
Missbrauch in der katholischen Kirche - Ein Seelsorger sagt Stopp" 
zum Thema Anfälligkeit für Machtmissbrauch in der Kirche. 

Am 22.05.2020 hatte Hanstein sein 10-jähriges Weihejubiläum als Diakon. 
Er nahm diesen Tag zum Anlass, sein zuständiges Bischöfliche Ordinariat
darüber zu informieren, dass er aktuell "aus Gewissensgründen nicht
in den Dienst als Diakon der katholischen Kirche zurückkehren" könne. 
Bereits 2017 hatte Hanstein eine erste Freistellung von 
seinem Seelsorgeauftrag beantragt. 

Hanstein führt zur Begründung aus: "Es ist mir nach allem, was ich 
von Betroffenen erfahren habe, immer schwerer gefallen,
diese Kirche in ihrer aktuellen Verfasstheit als Amtsträger zu vertreten. 
Diakon zu sein, hat von mir eingefordert, mich konsequent an die Seite 
der Missbrauchten und Entwürdigten zu stellen (...) Ich musste erkennen, 
dass die Muster von Machtmissbrauch milieuspezifisch sehr ähnlich sind, 
und die Zahl derer, denen unsere Kirche körperlich und seelisch 
geschadet hat, unfassbar groß ist (...) 
Daher werde ich mich aus moralischen Gründen erst dann wieder kirchlich 
beauftragen lassen können, wenn diese Verantwortung glaubwürdig eingelöst
 ist und die Amtskirche begonnen hat, sich wirksam
und nachhaltig dem Reformstau (das schließt den Einsatz für die 
Frauenordination mit ein) zu stellen (...). 

netzwerkBplus e.V. bedankte sich für das Rückgrat, das ein Mann mit 
kirchlichem Amt hier zeigt: „Wir ziehen den Hut mit größtem Respekt, 
das ist ein wichtiges Zeichen für Betroffene!“
Auch für den Sprecher von ECKIGER TISCH e.V. Matthias Katsch ist 
Hansteins Erklärung ein wichtiger Beitrag. 
Denn es brauche eine „Positionierung der Gläubigen gegenüber der Hierarchie“, 
sagte er zu diesem Schritt.